Stellungnahme des bmt zur Entscheidung des Ausschusses für Anregungen und Beschwerden gegen ein Verbot von Pferden im Karneval

Die Hand zu heben und aktiv für Tierleid und somit gegen die Sicherheit der Zuschauer der Kölner Karnevalszüge zu stimmen, ist in der heutigen Zeit, wo Begriffe wie Gewaltprävention, Integration, Mitgefühl oder Stressvermeidung unser täglich Brot sind, ein regelrechtes Armutszeugnis – in diesem Fall von den Kölner Kommunalpolitikern.

Wie einfach wäre es gewesen, eine klare Entscheidung zu treffen, die eigenen persönlichen Vorzüge und Ansichten einfach einmal hinter das Wohl von Mensch und Tier zu stellen und für das Verbot zu stimmen – eine geradlinige Entscheidung halt.

Auch wenn wir als Mitglied des Netzwerkes für Tiere Köln an dem Tag erfolglos waren, kamen die „Sieger“ weiß Gott nicht als siegreich rüber. Das Verhalten der Verbotsgegner im Zuschauerraum, die zum Beispiel den Vorschlag der Grünen, die Anzahl der Pferde zu halbieren – also auf 200 – ausgelacht haben, war mehr als befremdlich. Wo besteht die Sorge?  Wenn es für die pferdenutzenden Karnevalisten unvorstellbar ist, auf ihre „Beförderungshilfe“ zu verzichten, könnte man ja über eine Kürzung des Zugwegs nachdenken.

Wir werden die Kölner Karnevalszüge und speziell den Rosenmontagszug weiter begleiten und dokumentieren und wir werden nicht aufgeben – für die Menschen und für die Tiere. Wir sind alle Kölner und wollen einen friedlichen und fröhlichen Karneval, der nicht auf dem Leid der Pferde basiert und den man, ohne um sein Leben zu fürchten, feiern kann.

Sollte es in der nächsten Session wieder zu Vorfällen kommen, sind wir sehr gespannt, ob sich die Kölner Politik in ihrer Verantwortung zeigt – der Zeugenbericht, der gestern von den Petenten des Netzwerks für Tiere Köln u. a. vorgelesen wurde und der die Unfassbarkeit des Kutschenunfalls 2018 dokumentiert, hätte für jeden Menschen mit Herz und Verstand reichen müssen, um zur richtigen Meinung zu kommen.

Mit dem kölschen Leitsatz „Et hät noch immer jot jejange“ können die Verantwortlichen der Stadt Köln und die des Festkomitees jedenfalls nicht in die nächste Session starten – erst recht nicht in seiner korrekten Bedeutung: „Lerne aus der Vergangenheit“.

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