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Netzwerk für Tiere Köln

Tierschutz Köln

Tierquäler im Rosenmontagszug und leere Ausflüchte des Festkomitees

Tierquäler im Rosenmontagszug und leere Ausflüchte des Festkomitees

8. März 2023

Wie durch eine Recherche von PETA bekannt wurde, lief im Kölner Rosenmontagszug 2023 ein Pferdehalter mit, der vor kurzem für schwerste Tierquälerei an seinen Pferden verurteilt wurde. Das Festkomitee Kölner Karneval reagiert auf diesen Vorwurf mit Verständnis heischenden Versprechungen und leeren Worten.

Die Länge des Zuges und die Beobachtung von stark gestressten Tieren warfen bereits vergangene Woche aus Tierschutzsicht erneut ein schlechtes Licht auf den Rosenmontagszug. 1 Die Kritik an der fortwährenden Praxis, Pferde im Rosenmontagszug mitzuführen, erreicht mit den neuesten Nachrichten jedoch noch einmal ein neues Stadium. Denn wie bekannt wurde, verlieh ein (wegen Revision noch nicht rechtskräftig) verurteilter Tierquäler nicht nur seine Pferde als Kutschpferde an die Karnevalsgesellschaft der Altstädter, sondern lief auch noch selbst als Begleitung im Zug mit. 2 Horst S. aus Monschau bei Aachen soll seine Pferde in der Vergangenheit immer wieder geschlagen und ihnen mit Hämmern, schweren Stahlketten und Mistgabeln wiederholt zugesetzt haben, so der Tatvorwurf vor Gericht. Eigenen Ausführungen zufolge tat er dies, um die Pferde im Griff zu haben – gerade deshalb würden seine Pferde gerne für Veranstaltungen wie den Rosenmontagszug genommen. 3 Dies wirft die Frage auf, ob womöglich noch an anderen Pferdehöfen ähnlich vorgegangen wird, um die Tiere in die ihnen widerstrebende Situation zu zwingen. Es ist mehr als bekannt, dass die Umstände eines Karnevalszuges der Natur von Pferden vollkommen entgegenlaufen. Als Fluchttiere würden sie sich niemals freiwillig und auch unter Zwang nur ungern in solche Veranstaltungen begeben. Der Stress und die Schmerzen, welchen sie durch die Lautstärke, die Enge, die Menschenmasse, die umherfliegenden Süßigkeiten und die mitunter völlig ungeeignete und falsch angebrachte Zäumung erleiden, sind ihnen deutlich anzusehen.

Das Festkomitee reagiert auf die Vorwürfe – von diesem Mann, noch nach Bekanntwerden des Urteils, Pferde bezogen und ihn gar selbst vor Ort toleriert zu haben – abwehrend. Man habe alles in den eigenen Möglichkeiten Stehende getan, um ihn vom Zug fernzuhalten und man wolle ihn zumindest für die Zukunft für eine weitere Teilnahme sperren (ob dies tatsächlich passiert, bleibt zu sehen). Über das vor Ort offenbar durch die Altstädter ausgesprochene Teilnahmeverbot, habe er sich hinweggesetzt. 4 Die Frage, warum die KG unter diesen Umständen dennoch losgezogen und nichts weiter unternommen hat, bleibt offen.

Allgemein habe man in den vergangenen Jahren „enorm viel für die sichere Reiterei und das Tierwohl getan“ und unter anderem Richtlinien zum Umgang mit den Tieren und der Planung des Zuges aufgestellt. Damit sind offenbar die Leilinien gemeint, die 2022 überarbeitet vom Umweltministerium NRWs (MUNV) veröffentlicht wurden. Zuvor hatten die Verantwortlichen des Kölner Karneval eigene Maßnahmen entwickelt, wie etwa ein Leiser-Stellen der Boxen, wenn Pferde vorbeikommen. Die Einhaltung dieser (aller?) Maßnahmen sei absolut notwendig für eine sichere Durchführung des Rosenmontagszuges und damit die Pferde „möglichst entspannt“ teilnehmen könnten. 5 Trotz dessen, dass beides insgesamt bei Weitem nicht ausreicht und niemals ausreichen wird, um einen Karnevalsumzug tierschutzkonform zu gestalten, ist diese Aussage doch interessant:

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Zug ohne Einhalten der Leitlinien nicht auch nur ansatzweise sicher und mit entspannten Tieren verlaufen kann. Wie bereits angesprochen, konnten im Rosenmontagszug 2023 verschiedene Verstöße gegen die Leitlinien und eigenen Maßnahmen beobachtet und filmisch festgehalten werden6 – Beweise dafür, dass der Zug sogar nach Aussage des Festkomitees nicht sicher, sondern gefährlich und tierschutzrelevant gewesen ist. Von den „strengen Regeln“, die der Kölner Stadtanzeiger zuletzt auflistete,7 wurde kaum eine einzige konsequent eingehalten. Mindestens einmal lief eine Gruppe Pferde direkt hinter einer Musikkapelle (so bei der Ehrengarde). Dass jedem Pferd zu seinen unterschiedlichen Einsatzzeiten in dem mehr als 11 Stunden andauernden Zug eine (mindestens halbstündige, völlig ungestörte) Pause nach 4 Stunden gewährt wurde und die Pferde mit Wasser und Nahrung versorgt wurde, konnte an keiner Stelle beobachtet werden und ist daher stark anzuzweifeln. Das Handyverbot auf dem Pferd wurde von einigen Reitern, die offenbar das Bedürfnis nach einem „Selfie“ verspürten, nicht eingehalten und auch bei der Einhaltung der Gewichtsbeschränkung ließ man sich offenkundig gewisse Freiheiten nach oben offen.

Mittlerweile behauptet man nicht einmal mehr, dass die Tiere völlig entspannt seien bzw. sein können, sondern lediglich „möglichst“ entspannt. Ein Zustand, der von „ideal“ weit entfernt ist!

Das Netzwerk für Tiere Köln wird die Verstöße gegen Leitlinien und Tierschutzgesetz bei den zuständigen Personen im Karneval und in den Behörden deutlich zur Sprache bringen. Dann wird zu sehen sein, wie viel an dem Versprechen, die Verstöße zu prüfen und zu sanktionieren,8 in der Realität dran ist.

1 siehe nur https://www.netzwerk-fuer-tiere-koeln.de/von-tierschutz-leitlinien-keine-spur-im-rosenmontagszug-2023/; PETA https://www.peta.de/presse/scharfe-kritik-von-peta-am-zwoelfstuendigen-pferdeeinsatz-beim-koelner-rosenmontagszug-tierschutz-mit-fuessen-getreten/; t-online https://www.t-online.de/region/koeln/id_100132936/tierquaelerei-an-koelner-rosenmontagszug-so-schlecht-stand-es-wirklich-um-pferd-sam.html.

2  dies brachte PETA mit einer Pressemitteilung am 1.3.2023 an die Öffentlichkeit, https://www.peta.de/presse/verpruegelte-pferde-beim-koelner-rosenmontagszug-peta-verlangt-erklaerung-von-festkomitee-und-oberbuergermeisterin-reker/ ; report-k dazu https://www.report-k.de/misshandelte-pferde-beim-koelner-rosenmontagszug-peta-verlangt-erklaerung/; die BILD dazu https://www.bild.de/regional/koeln/koeln-aktuell/koeln-festkomitee-schliesst-tierquaeler-vom-rosenmontagszug-aus-83103828.bild.html .

3  so schrieb die Aachener Zeitung am 13.2.2023, https://www.aachener-zeitung.de/lokales/eifel/monschau/pferdequaeler-verurteilt-mit-dem-hammer-auf-den-kopf_aid-84846525 .

4  mit diesen Aussagen zitierte die Aachener Zeitung Michael Kramp, Vorstandsmitglied des Festkomitees Kölner Karneval, in ihrem Artikel „Kölner Festkomitee sperrt verurteilten Pferdehalter“ v. 3.3.2023, abrufbar unter https://www.aachener-zeitung.de/lokales/eifel/festkomitee-koelner-karneval-sperrt-verurteilten-pferdehalter-aus-monschau_aid-85925667.

5  siehe Quelle 4.

6 siehe Pressemitteilung des NTK, „Von Tierschutz-Leitlinien keine Spur im Rosenmontagszug 2023“ v. 28.2.2023, abrufbar unter https://www.netzwerk-fuer-tiere-koeln.de/von-tierschutz-leitlinien-keine-spur-im-rosenmontagszug-2023/.

7 Kölner Stadtanzeiger, „Tierschützer attackieren Festkomitee“ v. 3.3.2023.

8 siehe Quelle 4.

Kölner Karneval – Büttenredner wird unter Druck gesetzt

Kölner Karneval – Büttenredner wird unter Druck gesetzt

24. Februar 2023

Im November 2021 haben wir ein YouTube Video von „Dä Nubbel“ alias Michael Hehn für eine Veröffentlichung auf unserem YouTube Kanal „Netzwerk für Tiere Köln“ erhalten. Der Nubbel, der in Köln traditionell am Aschermittwoch für alle Sünden der Karnevalisten hinhalten muss und hingerichtet wird, berichtet in diesem Video, dass er für eine Sache seinen Kopf nicht mehr hinhalten wird: die Tierquälerei im Rosenmontagszug und die unberechenbare Gefahr für Menschen am und im Zug durch die Pferde. 

Michael Hehn hat uns nun gebeten, dieses Video zu löschen. Er erfahre durch dieses Video im Kölner Karneval in scharfen Worten und Konsequenzen deutliche Kritik und (völlig unangemessene) Reaktionen. Er habe bereits Absagen und Ausladungen erhalten. 

Das Video hatten wir mit einer kleinen Aufwandsentschädigung bezahlt und mit Einwilligung genutzt. Dennoch sind wir der Bitte nachgekommen, weil wir Michael Hehn sehr schätzen. Wir sind jedoch schockiert, welche Machenschaften hier im Kölner Karneval stattfinden, nur weil jemand eine andere Meinung hat und für eine gute Sache eintritt, indem er sich gegen die Tierquälerei und für einen sichereren Karneval einsetzt. 

Während Bonn die Pferde in diesem Jahr komplett aus dem Zug genommen hat und in Düsseldorf „nur noch“ 17 Pferde mitgelaufen sind, werden in Köln Menschen diffamiert, die diese vernünftige Entwicklung unterstützen.

Wir hoffen jetzt in erster Linie natürlich, dass Michael Hehn neue Aufträge erhält, denn seine Figur „Dä Nubbel“ ist für uns einzigartig und sehr sehenswert für Köln, er gehört zum Brauchtum, der dem Kölner Karneval sonst doch so wichtig ist. 

Petition gegen Pferde im Rosenmontagszug

Petition gegen Pferde im Rosenmontagszug

21. Februar 2023

Gestern schaute sich das NTK-Team den Rosenmontagszug in Köln an und hat entlang der Strecke tonnenweise Bild- und Filmmaterial gesammt, um das Leid der Pferde und die Verstöße gegen die Leitlinien und Anordnungen zu dokumentieren. Wie sind gerade mitten in der Auswertung, aber damit keine Langeweile aufkommt, könnt ihr gerne die folgende Petition schon einmal unterschreiben …

>> KLICK MICH <<

Position beziehen: Aktion „Rote Karte“ zeigen am Rosenmontag

Position beziehen: Aktion „Rote Karte“ zeigen am Rosenmontag

17. Februar 2023

Das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) ruft alle Jecken dazu auf, Reiter*innen im Rosenmontagszug eine Rote Karte zu zeigen. Als Zeichen gegen die Tierquälerei, Pferde als Fluchttiere im Zug mitzuführen, und die damit verbundene Gefahr für Menschen.

Zudem wird das NTK am Rosenmontag wieder die Leiden der Pferde im Rosenmontagszug Köln dokumentieren und auf dieser Grundlage einzelne Anzeigen nach dem Tierschutzgesetz erstatten.

Wir freuen uns sehr, dass der Festausschuss Bonner Karneval Pferde ab diesem Jahr aus ihrem Rosenmontagszug genommen hat. Die Stellungnahme aus Bonn hätten wir nicht besser formulieren können:

„Neben einer zivilrechtlichen Haftung und einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit möchten wir nicht in die Situation kommen, den Eltern eines schwer verletzten Kindes erklären zu müssen, dass wir das Risiko der Verletzung von Kindern leider aus „Tradition“ hätten in Kauf nehmen müssen. (…) Karneval soll Freude und Spaß verbreiten und dies darf nicht zum Leiden von anderen Lebewesen führen.“

In Köln müssen dagegen am Montag 270 Pferde mitlaufen und mitunter 30 Kutschen ziehen. Besonders Sorge bereitet uns hierbei auch der neue Zugweg über die Deutzer Brücke.

Die Aussage im Kölner Stadtanzeiger (31. Januar 2023), „dass es im Notfall bis auf die Brückenzugänge keine Fluchtmöglichkeiten gibt, sieht der Zugleiter [Holger Kirsch] nicht als problematisch“, halten wir für grob fahrlässig. Dieser Gefahr kommen noch 270 Pferde hinzu.

„Es gibt kein Gewohnheitsrecht für den Kölner Rosenmontagszug“, hat Holger Kirsch dem Kölner Stadtanzeiger (09. Februar 2023) in einem Interview zu verstehen gegeben. Wir sagen, richtig – es gibt ebenso wenig ein Gewohnheitsrecht auf Tierquälerei!

Stress im Rosenmontagszug ..

Weitere Informationen:

Stellungnahme Festausschuss Bonner Karneval

https://www.karneval-in-bonn.de/start/Home/Home/news/Nutzung-von-Pferden-im-Rosenmontagszug__9081.html?xz=0&ci=9081&cs=2&cc=1
Interview Holger Kirsch
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/holger-kirsch-der-neue-zugweg-ist-f%C3%BCr-viele-mit-mehraufwand-verbunden/ar-AA17hw22
Zitat Holger Kirsch
https://www.ksta.de/koeln/koeln-zugleitung-haelt-sich-weitreichende-sperrung-in-deutz-vor-429390

Der Geisterzug 2023 …

Der Geisterzug 2023 …

12. Februar 2023

Auch das „Netzwerk für Tiere Köln“ hat am diesjährigen Geisterzug teilgenommen, schaut euch diesen tollen Artikel des „Report-K“ an.

Hier ein Ausschnitt …

Das NTK im Geisterzug 2023 …

Pferde im Rosenmontagszug – NTK protestiert im Geisterzug 2023

Neben den politischen Positionen zu Weltoffenheit und Toleranz schloss sich auch das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) dem Geisterzug an und schrieb auf einem Transparent: „Mir Jecke bruche kein Pääder em Fasteleer!“ Ein Appell und eine Aufforderung an den organisierten Kölner Karneval und an die Politik in Kölner Stadtrat und im Landtag NRW dafür zu sorgen, dass keine Pferde mehr im Kölner Rosenmontagszug mitlaufen. Die Debatte gewinnt an Aktualität nachdem der Festausschuss Bonner Karneval sich entschied 2023 keine Pferde mehr im Bonner Rosenmontagszug mitlaufen zu lassen. Beim Zug 2020 liefen in Kölns Nachbar-Bundestadt zum letzten Mal Pferde mit. Der Bonner Karneval argumentiert mit der Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer. So stellen diese fest: „Trotz all un- seren gemeinsamen Überlegungen bleibt es dabei, dass Pferde nur bis zu einem begrenzten Maß beherrschbar sind. Gerade bei einer Veranstaltung im innerstädtischen Umfeld, in der die Pferde über mehrere Stunden hinweg durch Menschenmassen reiten und geführt werden, entsteht hieraus ein Risiko – auch für schwer- wiegende – Verletzungen, das für uns nicht mehr kalkulierbar und hinnehmbar ist.“ Sie ziehen damit die Konsequenzen aus dem Durchgehen der Pferde einer Kutsche im Jahr 2017. Es passierte damals nichts Schlimmeres, da sich der Vorfall auf dem fast menschenleeren Auflösungsgelände ereignete. Nicht auszudenken, was passieren hätte können, wenn in einer vollen Straße der Innenstadt ähnliches passiert werden. Ein Jahr später ging eine Kutsche im Kölner Rosenmontagszug durch, es gab mehrere Verletzte. In Köln werden auch im Jubiläumsjahr 200 Jahre organisierter Karneval wieder Pferde im Rosenmontagszug geritten. (Report-K, 2023)

Karneval pferdefrei

Karneval pferdefrei

1. Januar 2023

Die Gründe, warum wir auf Pferde (und natürlich auch auf alle anderen Tiere) in (Karnevals-)Umzügen verzichten sollten, sind umfangreich: es geht um Sicherheit – für Mensch und Tier – und das Vermeiden von erheblichem Leid. Auf unserer Homepage erfahrt Ihr alle weiteren Einzelheiten zu diesem Thema (z.B. hier:

https://www.netzwerk-fuer-tiere-koeln.de/pferde-im-koelner-rosenmontagszug/karneval-ohne-pferde/).

Den vielen vernünftigen Argumenten gegenüber steht nur das gebetsmühlenartig wiederholte „Argument“ einer Tradition. Zu wenig – viel zu wenig, um das Risiko in Kauf zu nehmen, dass wieder jemand verletzt werden oder gar sterben könnte und viel zu wenig, um das Leid der Tiere zu rechtfertigen.

Karneval ist eine Veranstaltung, an der jeder Spaß haben sollte, der daran teilnimmt.

Pferde haben da nichts zu suchen, denn sie empfinden alles, aber keine Freude.

Wenn Ihr auch wollt, dass das endlich ein Ende findet und Ihr Farbe bekennen wollt, zeigt den Reitern im Zug die rote Karte!

Hier ist eine Vorlage, die digital abgebildet oder auch ausgedruckt/selbst nachgemacht werden kann:

>> KLICK MICH <<

Nix bliev wie et wor

Nix bliev wie et wor

26. November 2022

Nicht nur die Welt – auch der Karneval ist im ständigen Wandel .

Das Magazin zur Session 2023 des Kölner Karnevals gibt gute Einblicke, wie sich die Tradition der aktuellen Zeit anpasst.

1823 geht es los mit dem ersten Maskenball – im Laufe der folgenden Jahre entwickelt sich der Karneval und auch der Rosenmontagszug immer weiter.

1950 fahren zum ersten Mal Kraftfahrzeuge im Zug mit, 1965 gibt es das erste Kinderdreigestirn (in Ehrenfeld) und darf 1989 im Rosenmontagszug auf einem eigenem Wagen fahren.

1978 gehen zum ersten Mal 400 Frauen im Zug mit (vorher gab es nur genehmigte Ausnahmen wie beispielsweise die Tanzmariechen) und 1999 gründet sich die erste Damenkarnevalsgesellschaft, 2014 die erste uniformierte Damengesellschaft …

1993 findet die erste Rosa Sitzung statt und ist damit die Geburt des queren Karnevals.

Die gesellschaftliche Entwicklung des Karnevals geht immer weiter und wird noch toleranter: 2006 gibt es eine erste alkoholfreie Party für Teens, 2008 ziehen das erste Mal behinderte Personen im Zug mit, 2009 gibt es die erste Immi-Sitzung…

Neben aller Wahrung der Tradition, tat sich in 200 Jahren sehr viel in Sachen Gleichberechtigung und Integration, also Öffnung des Karnevals in viele Richtungen, um die 5. Jahreszeit noch bunter und fröhlicher zu machen.

Nun wird es höchste Zeit , einen weiteren wichtigen Schritt in Sachen Weiterentwicklung zu gehen und den Tierschutz endlich nicht mehr auszusparen, der auch im gesellschaftlichen Leben immer mehr an Bedeutung gewinnt. Und das bedeutet, keine Pferde (und auch sonst keine Tiere) mehr in den Karnevalsumzügen einzusetzen.

Wenn ich die Zeittafel in dem Magazin „Kölner Karneval 2023“ anschaue, kann ich kaum glauben, dass es weniger als 50 Jahre erst her ist, dass Frauen im Zug mitgehen duften und dass es erst seit 30 Jahren queren Karneval gibt. Heutzutage gehört das selbstverständlich dazu und man kann es sich gar nicht mehr anders vorstellen..

Hoffentlich liest jemand das Magazin zur 250 Jahrfeier und kann sich gar nicht vorstellen, dass es damals noch Pferde im Zug gab…

200 Jahre Kölner Karneval – Zeit für einen Blick nach vorne

200 Jahre Kölner Karneval – Zeit für einen Blick nach vorne

11. November 2022

Im modernen 21. Jahrhundert angekommen bedient sich der Kölner Karneval auch nach 200 Jahren noch immer der längst überkommenen Tradition, Pferde in den Umzügen mitzuführen. Für die Tiere bedeutet das extremes Leid und für alle Beteiligten ein immenses Sicherheitsrisiko – es gab bereits Schwerverletzte. Inzwischen wurde zudem bestätigt, dass ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Wann also wird sich endlich etwas ändern?

In diesem Jahr feiert der Kölner Karneval sein 200-jähriges Jubiläum – durchaus ein Anlass für Stolz und Freude.

Nicht jedoch für jeden. Unter Berufung auf Tradition und Spaß wird beharrlich daran festgehalten, hunderte Pferde als Reittiere und Attraktion im Zug mitzuführen. Die Verantwortlichen selbst tragen aber Scheuklappen, wenn es darum geht, wie viele Unfälle durch diese „Tradition“ bereits verursacht wurden, wie viele verletzte Menschen und tote Tiere es bereits gab, nicht allein in Köln. Passiere einmal etwas, so sagte Hans-Georg Haumann (Präsident der Ehrengarde der Stadt Köln) zuletzt, sehe es schlecht aus für den Karneval mit Pferden. Hier muss man sich doch verwundert fragen, was noch alles passieren muss: soll es bis hin zu toten Menschen kommen? Ein Szenario, dass sofern nicht liegt, wenn man an den letzten Unfall mit einer Kutsche der „Treuen Husaren“ im Jahr 2018 denkt. Das Netzwerk für Tiere Köln weist seit Jahren auf das immense Sicherheitsrisiko hin, das mit dem Einsatz von Pferden einhergeht. Fluchttiere in eine Lage zu zwingen, in der sie eingeengt zwischen feiernden Jecken, Karnevalswagen, Musikgruppen, Tribünen mit lautstarken Boxen und umherfliegender Kamelle über Stunden des Weges ziehen müssen, teilweise noch vollkommen unpassend gezäumt, hat mit dem Geist des Kölner Karneval nichts zu tun. Sich die schöne Festzeit mit Tierqual zu versalzen, kann in niemandes Sinne sein. Von Anzeigen wird bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, solange diese andauern, nicht abgesehen werden.

Ein Jubiläum ist immer ein guter Zeitpunkt für Feiern, aber auch für Gedanken. Wie soll es weiter gehen und wie kann weiter verbessert werden, was der Kölner Karneval verkörpert? Wir appellieren an das Festkomitee Kölner Karneval, endlich einen Karneval zu schaffen, an dem jeder einzelne Spaß haben kann! Dafür wird sich das NTK einsetzen, bis das Ziel erreicht ist und wir hoffen nicht, dass dafür ein fataler Unfall passieren muss. Bis dahin möchte das Netzwerk alle Jecken aufrufen, jedem im Kölner Rosenmontagszug, der meint, auf einem Pferd reiten zu müssen, symbolisch die rote Karte zu zeigen. Denn: „Fastelovend es en herrlich Tradition. Un noch vill schöner wör et, wann do keiner drunger zo ligge hät!“

„Ich glaub, es geht schon wieder los….“

„Ich glaub, es geht schon wieder los….“

11. November 2022

Nach 2 Jahren Pause durch Corona und dem russischen Angriff auf die Ukraine wird es wohl in 2023 wieder einen Rosenmontagszug geben.

Das ist schön, aber bei weitem nicht für alle, denn aus dem bisherigen Schaden wurde nichts gelernt und es werden wieder Pferde eingesetzt.

Wie bei einem Déjà-vu werden wir wieder scheuende, scharrende Pferde sehen mit aufgerissenen Augen, schweißnassem Fell, Schaum vor dem Maul, tänzelnd und sich vor Stress an das Partnerpferd drängend.

Klingt dramatisierend und übertrieben? Dann schaut Euch die Filme der letzten Rosenmontagszüge an – genau solche Bilder konnten / mussten wir einfangen.

Und 2023 werden wir mit verstärkter Mannschaft vor Ort sein und unsere Kameras und Handys zücken, um ein weiteres Mal der Öffentlichkeit zu zeigen, wie es den Tieren geht, wenn sie an den Umzügen teilnehmen müssen. Viele Augen haben wir schon geöffnet, viele Besucher schon sensibilisieren können und in 2023 werden es noch mehr werden.

Stellungnahme zum Artikel im Express vom 27.09.2022:

Stellungnahme zum Artikel im Express vom 27.09.2022:

19. Oktober 2022

https://www.express.de/koeln/pferde-im-koelner-rosenmontagszug-praesidenten-mit-klarer-meinung-110750?cb=1664728300231

Herr Hans-Georg Haumann äußert die Sorge, dass – wenn mal etwas passiert- es vorbei sein könnte mit den Pferden im Karneval und dabei ist doch schon längst etwas passiert: Es gab den Unfall des Pferdes Querida, den Kutschunfall in Bonn und – uns allen noch gut im Gedächtnis, den Unfall mit der Kutsche der „Treuen Husaren“, bei dem 7 Menschen teilweise schwer verletzt wurden.

Es bleibt die Frage offen, was noch alles passieren muss, bis die Mitglieder der Reiterstaffeln die unbestreitbaren Risiken nicht länger negieren und aufhören, auf Pferden und auf dem einen Argument herum zureiten, dass der Einsatz von Pferden im Karnevalszug halt Tradition sei.

Wie dem auch sei, wir vom Netzwerk für Tiere Köln werden auch in 2023 mit Handys und Kameras am Start (und am Ende und mittendrin sowieso ) sein.

Und wenn ein Reiter doch überfordert ist, das Pferd unruhig tänzelt, den Kopf schlägt, scharrt, steigt, übermäßig schäumt und schwitzt, unsachgemäß gezäumt ist und in Rollkur gehen muss, die Augen aufreißt und / oder ein alkoholisierter Jeck am Zugrand dem Pferd doch nicht den „nötigen Respekt zollt“, sind wir da und filmen – vielleicht kommt es  dann doch irgendwann zu dem, was Herr Haumann „geunkt“ hat – hoffen wir es nicht.

Oktober 2022 N. Steffen/ NTK

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