Die Gefahren, Tiere über das Internet zu kaufen

Fachleute schätzen, dass über eine Million Hunde pro Jahr über Kleinanzeigen im Internet verkauft werden. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl von Katzen, Nagern und anderen Tieren. Dabei ist eBay einer der größten Umschlagplätze für den Tierhandel in Deutschland.

Der Gesamtverkaufswert von Hunden im Internet bewegt sich in Richtung einer Milliarde Euro pro Jahr – und das nur in Deutschland. Solche Gewinnspannen ziehen Züchter an, die ihre Tiere aus Qualzuchten unter falschen Versprechungen anbieten. Die angebotenen Tiere sind häufig sehr krank und/oder traumatisiert.

Obwohl es gemäß der AGB der verschiedenen Portale verboten ist, mehr als ein Tier pro Jahr einzustellen, werden zum Teil pro Händler bis zu 40 Tiere offeriert. Leider gibt es keine ausreichenden Kontrollen, um den verbrecherischen Handel mit Tieren im Internet zu unterbinden.

 „Der Tierhandel im Netz ist intransparent und unterliegt unzureichenden Kontrollmechanismen. Die Politik muss hier einen gesetzlichen Rahmen schaffen, der den Missbrauch der Tiere und den Betrug der Verbraucher verhindert. Marktführer wie eBay Kleinanzeigen können durch die Einführung einer Verifizierungspflicht bereits eine Vorreiterrolle einnehmen.“ äußerte sich dazu der Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU).

Da es eine solche geforderte Verifizierungs- und Identifizierungspflicht nicht gibt, können die kriminellen Verkäufer nicht zurückverfolgt werden. Der Käufer bleibt deshalb, erst einmal auf einen tierquälenden Händler reingefallen, auf den Folgekosten wie Tierarzt oder Tierpsychologe sitzen.

Jeder, der im Internet ein Tier kauft, geht ein großes Risiko ein und fördert damit unter Umständen die Tierqualzuchten. Für alle, die vorhaben, ein Tier in ihre Familie aufzunehmen, kann ein Besuch im Tierheim die richtige Entscheidung sein. Zum Beispiel könnte in den Tierheimen Dellbrück oder Bergheim das neue Familienmitglied bereits auf diese Menschen warten.

Die Zahlen wurden der Kurzanalyse von VIER PFOTEN Deutschland entnommen.

Das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) ist sich sicher: Dieses Jahr gibt es keine Unfälle mit Pferden beim Kölner Rosenmontagszug.

Nicht die vielen tierschutzrelevanten und sicherheitsrelevanten Argumente, nicht der Druck der öffentlichen Meinung, nicht akut auftretende Vernunft in den Reihen der Verantwortlichen im Festkomitee – nein – es ist das Sturmtief „Bennet“, das dieses Jahr (2019) bewirkt, dass die Pferde nicht im Kölner Rosenmontagszug mitgehen.

Bennet ist die Koseform von Benedikt und bedeutet: Der Gesegnete und der Gepriesene. Für die einen ist es ein Sturmtief, für die anderen die willkommenste Wetterlaune der Welt.

Im Anbetracht der teilweise sonderbaren Argumentationsführung auf Seiten des Festkomitees, des stoischen Festhaltens an der widerlegten Behauptung, dass jemand etwas auf die durchgegangenen Pferde in 2018 geworfen hätte und dem trotzigen Fingerzeig auf eine (überholte) zweihundert Jahre alte Tradition mutet es beinahe weise und verantwortungsvoll an, was das Festkomitee vor gut zwei Stunden entschieden hat:

Das Festkomitee und die Stadt Köln haben entschieden, dass der Rosenmontagszug trotz der Warnung vor Sturmböen stattfinden wird – Allerdings mit Einschränkungen. Wie das Festkomitee mitteilt, wird der Rosenmontagszug den gewohnten Weg durch die Stadt laufen. Allerdings wird auf Großfiguren, Fahnen, Schilder, Pferde und Kutschen verzichtet.

Kölnische Rundschau online 03.03.2019

Das Netzwerk für Tiere Köln wird dennoch an der geplanten Parade VOR dem eigentlichen Zug festhalten.

Und in 2020 gib es ein Wiedersehen mit „Fienchen und Tünn“ und allen anderen Akteuren, die gemeinsam gegen den Einsatz von Pferden in den Karnevalszügen kämpfen.