Der Kölner Rosenmontagszug 2026
Kölner Rosenmontagszug 2026: Ergänzende Informationen zu unserem Film
Unser Film zeigt erneut, wie jedes Jahr, die Negativhighlights des Kölner Rosenmontagszuges. Hier noch ein paar ergänzende Infos zum Kölner Rosenmontagszug 2026:
Schon im Vorfeld des Zuges fiel die immer lauter werdende Stimme der Öffentlichkeit auf. Sie deckt sich mit dem Umfrageergebnis, das die Tierrechtsorganisation PETA 2025 veröffentlichte: Über 70 % der Befragten sprachen sich GEGEN den Einsatz von Pferden bzw. Tieren in Umzügen aus.
Quelle: INSA-Umfrage: 70 Prozent in NRW gegen Pferde im Kölner Rosenmontagszug. PETA fordert Oberbürgermeisterin Reker zum Umdenken auf (Presseportal)
CGN DNB hat uns mit einer tollen Spende überrascht. Während des Zugs wurden unserem Filmteam und unserem Plakat applaudiert, und unser Postfach quoll über von positiven und ermunternden Nachrichten.

Der Zuspruch aus der Öffentlichkeit wächst und wächst und wächst. Daran ändern auch die unverschämten, respektlosen und größtenteils sehr dummen Kommentare einiger Social-Media-Nutzer nichts, ebenso wenig die offenen Anfeindungen, Beschimpfungen und Einschüchterungsversuche der Rosenmontagszug-Reiter, denen sich Leute aus unserem Filmteam ausgesetzt sahen.
Das haben wir doch schon von Robbie Williams gelernt: „First they ignore you, then they laugh at you, then they hate you, then they fight you, then you win!“
Auch die prominente Unterstützung wird offensiver: von Martin Rütter über Andreas Ohligschläger bis hin zu Felix Lobrecht und Tommi Schmitt. Andreas Ohligschläger, bekannt als WDR-Hundecoach, hat sich kritisch zum Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug geäußert. Er bezeichnet Pferde als Fluchttiere, die im Karneval immer wieder enormem Stress ausgesetzt werden. Im Podcast „Gemischtes Hack“ haben sich Lobrecht und Schmitt ebenfalls kritisch gegen den Einsatz von Pferden im Kölner Rosenmontagszug ausgesprochen.
Auch der bekannte Karnevalist und Wagenbauer Jacques Tilly spricht sich gegen Pferde bei Karnevalsumzügen aus:


Dr. Willa Bohnet, Verhaltensbiologin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, ist eine bekannte Expertin für die Untersuchung von Stressbelastungen bei Pferden im Karnevalsumzug und äußert sich zunehmend kritisch zum Einsatz der Pferde im Kölner Rosenmontagszug. Auf die Aussage einiger Verleiher, die Pferde seien voller Vorfreude auf den Zooch, muss sie fast lachen und reagiert mit: „Das sind dann aber ganz neue Erkenntnisse, weil wenn ich mir die Gesichter der Pferde angucke, die da im Umzug mitgehen, dann sehe ich da ganz wenig Freude und sehr viele Stressgesichter.“ (ca. Minute 3:30)
Quelle: Debatte über Pferde bei Karnevalsumzügen, WDR 5 Westblick aktuell (WDR 5, Podcasts und Audios, Mediathek)
Hier ein Schaubild zum Thema Stressgesichter der Pferde:

Das lässt sich sehr eindeutig in JEDEM Karnevalszug beobachten, durch alle Karnevalsgesellschaften hindurch und während des gesamten Zugwegs. Beispiele gefällig?
Wenn Konfetti auf Kummer trifft …


Wenn Schalala auf Schmerz trifft …

Wenn Alaaf auf Angst trifft …

Seit Jahren verwirren die Sprecher der Reitercorps und des Festkomitees mit Aussagen wie „Dann kennen unsere Kinder bald Pferde nur noch aus Büchern“. Michael Kamp, Sprecher des Festkomitees, sagte: „Natürlich sind alle, die da reiten, Pferdeliebhaber, sonst würden die das ja nicht machen, und die wissen am besten, was für die Tiere gut ist.“
Ach ja? Dann macht die Nippesser Bürgerwehr also jedes Wochenende einen Ausflug ins 600 km entfernte Poschetsried in Bayern, um ein bisschen auszureiten und die Pferde kennenzulernen? Oder die KG, deren Pferde teilweise aus Wiesbaden, den Niederlanden, Warendorf oder der Eifel angeliefert werden? Bei diesen Entfernungen baut man natürlich eine innige Vertrauensbasis zum Pferd auf.
Und kein Pferdeliebhaber würde einem Pferd so eine Belastung zumuten. Hier geht es nur um Selbstdarstellung und das Befriedigen von Profilneurosen, nicht darum, einem geliebten Wesen etwas Gutes zu tun. Denn so blind kann niemand sein, zu übersehen, dass es diesen Tieren nicht gefällt, was man da von ihnen verlangt.
Wir wollen aber auch die Verbesserungen nicht verschweigen: Zum ersten Mal haben sich alle KGs an die Leitlinie gehalten, keine Musikkapellen unmittelbar vor oder hinter Pferden zu positionieren:
Die Leitlinie mit den 15 % Reitergewicht vom Pferdegewicht hat sich jedoch noch nicht überall durchgesetzt. Zur Wiederholung: Ein ca. 500 bis 600 Kilo schweres Pferd dürfte demnach nur einen Reiter (inklusive Uniform, Kamellebeutel am Sattel, teilweise Standarte) von 80 bis 90 Kilo tragen.
Hier nur ein paar Beispiele:
Das dünnste Pferd der KG Treuer Husar (an der Flanke waren die Knochen zu sehen) und ein zu schwerer Reiter.


Von der „guten Haltung“ (Typ: nasser Sack) einmal abgesehen, ist auch dieser Reiter zu schwer, und dann auch noch mit zusätzlicher Standarte.

Sicherlich auch über 80 Kilo schwer.



Das dünnste Pferd der Reitergruppe Jan van Werth muss auch noch zusätzlich eine Standarte schleppen.

Der Kutscher ist so dick, dass er „stehend“ fahren muss, weil er nicht richtig sitzen kann.

Davontrabendes Pferd: Der Reiter der Großen Kölner braucht Gewichtsverlagerung und starken Zügelzug, um sein Pferd zu stoppen, und das an einem sehr ruhigen Teil des Zugwegs.

Leitlinie: kein Handy beim Einsatz mit einem Pferd. Naja, das weiß der Reiter der Roten Funken sicher nicht. Oder hat es in der Aufregung vergessen, kann ja passieren.


Wie bei den Begleitpersonen, die eigentlich auf die Pferde achten sollen:

Uns fällt immer wieder auf, wie riskant gerade die Severinstraße (Beginn des Zugwegs) ist. Hier würden Absperrgitter wahrscheinlich die schöne Bildübertragung stören, denn genau hier senden „Pferdefreund“ Guido Cantz und seine Moderatoren-Kollegin Sabine Heinrich aus der WDR-Kabine. Aber die Pferde werden hier in den Zug „geworfen“, das heißt, sie kommen durch das enge Severinstor unmittelbar in den Trubel, den Lärm und den ersten Konfettiregen. Die Straße ist an dieser Stelle auch sehr schmal, und rechts und links stehen direkt die Zuschauer. Wir haben in den letzten Jahren schon tänzelnde, scheuende und rückwärts gehende Pferde gefilmt, aber verändert wird nichts. Ein großes Risiko für alle Zuschauer am Wegrand.
Aber auch MIT Absperrgittern ist es gefährlich, vor allem für die Pferde. Dieses arme Wesen hat sich auf dem Zugweg verletzt, wahrscheinlich als es in ein Absperrgitter getreten ist. Man sieht, wie Blut aus dem Kronrand des Hufs läuft und in die Pfütze fließt.

Hier ein paar eindrucksvolle Bilder, wie so etwas noch ausgehen kann:




Was passiert, wenn ein Pferdehuf sich im Gitter verhakt und das Pferd dann die Nerven verliert? Dann vervielfacht sich die Kraft des Pferdes, und es zieht das Gitter „fein“ hinter sich her. Und wenn es dann schön scheppert, geht die Party erst richtig los.
Dass man aus Schaden nicht lernen will, zeigt dieses Foto: Personen mit einem Banner direkt vor den Pferden, wie 2018 bei den Treuen Husaren, wo die Fußgruppe von den durchgehenden Pferden samt Kutsche überrannt wurde.

Gute Neuigkeiten gab es 14 Tage nach dem Rosenmontagszug 2026 aus dem Labor: Keines der 39 getesteten Pferde hatte Auffälligkeiten im Blut. Dann kommt an dieser Stelle nur das Blut des Steuerzahlers in Wallung, der die 9.000 € Laborkosten zahlen muss.
Zum gebetsmühlenartig wiederholten, einzigen „Argument“ für den Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug hier ein Beispiel, warum Traditionen auch einmal überdacht werden dürfen:

Ebenso wie man nicht mehr zwingend verheiratet sein muss, das Homeoffice in vielen Fällen die Präsenzpflicht ausgehebelt hat und man sich in vielen Unternehmen heutzutage automatisch duzt, hat sich auch der Karneval weiterentwickelt: Seit 1979 dürfen Frauen im Zooch mitgehen, 2012 gab es den ersten schwulen Prinzen, und 2013 wurde sogar der Zugweg verändert. Also: „Dat war schon immer esu“ ist kein Argument, sondern ein trotziges Festhalten an veralteten Traditionen, die nicht mehr zeitgemäß sind.
Das Karnevalsmotto für 2027 lautet: „Morje es, wat du drus mähs“. GENAU!!! Es dürfte klar sein, was wir daraus machen.

Zum Schluss haben wir noch einen Vorschlag für das Motto 2028: „Karneval pferdefrei“.