Pressemitteilung zum E-Kutschfahrt Fototermin mit myETOURS

Sehr geehrte Damen und Herren,

pünktlich zum Sessionsbeginn möchte das Netzwerk für Tiere Köln (NTK), das sich seit Jahren für einen pferdefreien Karneval einsetzt, auf eine perfekte Alternative zur traditionellen Pferdekutsche hinweisen: die E-Kutsche.

Dazu möchte das NTK Ihre Redaktion zu Fototermin und Kutschfahrt von der Altstadt bis nach Deutz und zurück einladen und steht zu allen Fragen zur Verfügung:

 

Samstag, 10. November 2018 um 13 Uhr

vor dem Senatshotel, Unter Goldschmied 9 – 17, 50667 Köln

 

Am Rheinufer im Bereich des Hotel Hyatt Köln/Taxizone ist um 13.15 Uhr eine weitere Motivmöglichkeit mit der Kölner Kulisse im Hintergrund.

Karneval ohne Pferde garantiert ein ausgelassenes Feiern des kölschen Brauchtums – die Sicherheit und das Wohlergehen aller Zugteilnehmer ist gewährleistet. Mit E-Kutschen sieht das Netzwerk für Tiere Köln einen zukunftsweisenden Weg im Kölner Karneval und dankt myETOURS Köln für die bahnbrechende Alternative zur traditionellen Pferdekutsche.

www.myetours.com

 

Ein Umdenken von den Karnevalisten bzw. des Kölner Festkomitees zu pferdefreien Transportmöglichkeiten in den Zügen ist an der Zeit und muss umgesetzt werden. Eine weitere Stadt neben Düsseldorf, die aus dem diesjährigen Kutschenunfall in Köln gelernt hat, ist Viersen mit einem kompletten Verzicht der Pferde, damit die Zuschauer sorgenfrei feiern können.

Das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) ist ein Zusammenschluss mehrerer, teilweise seit Jahrzehnten etablierter Vereine und Organisationen aus dem Kölner Raum, die sich jeweils verschiedenen Themen des Tierschutzes widmen. Das NTK hat sich dem Wohl von Mensch und Tier und dem harmonischen Miteinander verschrieben. Dazu gehören die Tierheime Köln-Dellbrück und Bergheim vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V., die Ärzte gegen Tierversuche, die Kuhrettung Rhein-Berg, Aktion FairPlay und Hofzeit e. V.

Rückfragen bitte unter Heike Bergmann, Tierheim Köln-Dellbrück, 0173/276 28 26 oder via e-Mail.

 

Köln, 09. November 2018

 

Heike Bergmann

Netzwerk für Tiere Köln

 

Igel und Wildvögel richtig füttern

Immer mehr Tierfreunde richten bereits im Herbst Futterstellen für Wildtiere ein. Im
Fachhandel und in großen Bioläden findet ihr Igel- und Vogelnahrung.

Naturnah gestaltete Gärten sind für viele Tiere ein wahres Paradies: In Hecken, Sträuchern und versteckten Höhlen tummeln sich im Herbst viele Igel und Wildvögel. Immer mehr Gartenbesitzer locken sie mit spezieller Nahrung an, um sie in Ruhe beobachten zu können. Der Zoofachhandel bietet dazu bereits Wochen vor dem ersten Frost eine große Auswahl artgerechter Futtersorten an.

Für Igel wird es immer schwieriger, ihren Futterbedarf an Insekten vor ihrem Winterschlaf zu decken. Deshalb ist eine Lockfütterung ab November unverzichtbar. Wichtig: Igel halten Winterschlaf und sollten dann nicht mehr zum Fressen geweckt werden. Mindestens 500 Gramm Gewicht sollte ein junger Igel aber schon haben, damit er den Winterschlaf übersteht.

Stachelträger mögen Igelfutter oder Katzennahrung
Für die Fütterung können Tierfreunde spezielles Igelfutter oder Katzenfutter – bitte kein Ragout oder Stückchen in Gelee – verwenden und dieses zusätzlich mit Haferflocken oder Rührei anreichern. Außerdem trinken Igel frisches Wasser. Keinesfalls dürfen die stachligen Vierbeiner Milch zu sich nehmen. Das verträgt der empfindliche Darm der Tiere nicht.
Tierfreunde können Igeln den Winterschlaf erleichtern, wenn sie im Garten geeignete Häuschen aus dem Fachhandel aufstellen. Diese richten die Igel dann selbst mit Ästen und Laub ein. Zusätzlich könnt ihr eine Igelfutterstelle bauen. Dazu braucht ihr lediglich eine Euro-Palette, die ihr von oben mit einer wasserdichten Folie abdeckt. Unter der Palette lässt sich nun ganz leicht das Igelfutter platzieren. Und zwar so, dass beispielsweise Katzen keine Möglichkeit haben, an das Futter zu gelangen und es den Igeln wegzufressen. Solche Igelfutterstellen könnt ihr überall dort platzieren, wo ihr Igel vermutet oder bereits Igel gesichtet habt.

Verbannt Laubbläser aus euren Gärten
Und ganz wichtig: Verbannt Laubbläser und Co aus euren Gärten! Denn das Herbstlaub bietet den Igeln die Möglichkeit, sich einen perfekten Platz für den Winterschlaf einzurichten. „Saubere“ Gärten lassen ihnen keine Rückzugsmöglichkeit und auch Insekten sind in diesen Gärten immer weniger zu finden – eine unverzichtbare Nahrungsquelle für Igel, Vögel und andere tierische Gartenbesucher.

Zwischen Ende Oktober und Anfang Januar sollte kein Laub von den Wiesen entfernt werden. Unter Hecken und im Buschwerk sollte das Laub grundsätzlich liegen bleiben, da Igel hier ihre Überwinterungsmöglichkeiten finden. Jetzt schon ein Hinweis für das Frühjahr: Die so in Mode gekommenen Roboter-Rasenmäher bitte nur bei Tageslicht
einsetzen! Sobald die Dämmerung beginnt, sind die nachtaktiven Jung-Igel (in den Gärten) unterwegs und der Roboter-Rasenmäher wird zur Guillotine auf Rädern.

Ausgewogenes Futter fördert Gleichgewicht der Artenvielfalt
Bei Wildvögeln ist ein ausgewogenes Futter wichtig, um das natürliche Gleichgewicht der Artenvielfalt zu bewahren. Amsel, Rotkehlchen und Zaunkönig sind so genannte Weichfresser. Sie lieben Futter mit Fettbestandteilen wie Trockenobst und Insekten. Körnerfresser wie Sperling, Buchfink und Gimpel sind für Nüsse, Kerne und verschiedene Sämereien dankbar.

Am besten wählt ihr das Vogelfutter so aus oder stellt es so zusammen, dass alle Vogelarten etwas für sich finden. Im Zoofachhandel gibt es verschiedene Futtersorten, die ihr auch selbst zusammenstellen könnt oder ihr entscheidet euch für einen Vierjahreszeiten-Mix (den gibt es auch im Bioladen), der sowohl Eiweiße und Fette als auch Kohlenhydrate enthält.

Im Winter sollte das Futter möglichst fettreich sein
Warum? Weil die Vögel viel Energie benötigen. Aber auch im Frühjahr, im Sommer und im Herbst ist es sinnvoll, Vogelfutter auf dem Balkon oder im Garten bereitzustellen, da Vögel durch die durch Monokulturen geprägte Landwirtschaft und den großflächigen Einsatz von Pestiziden sowie durch unseren Hang zu „sauberen“ Gärten das ganze Jahr über immer weniger Nahrung finden. Eintönige Thujahecken und Einheitsrasen, Unkrautvernichtungsmittel und Schneckenkorn sind Feinde der natürlichen Artenvielfalt. Darüber hinaus ist Schneckenkorn giftig für Kinder, Katzen und Hunde.

In vielen Zoofachgeschäften sind auch Zubehörartikel wie Trinkbehälter und Futtersilos für eine hygienische Fütterung erhältlich. Besonders wichtig ist, dass die Tiere regelmäßig Futternachschub erhalten, die Futterstellen gereinigt und Nahrungsreste beseitigt werden, damit sich keine Keime bilden, die zu Krankheiten führen können. Am besten entscheidet ihr euch für Teller oder Untersetzer, die ihr täglich mit 60 Grad heißem Wasser reinigen und optimaler Weise in die Spülmaschine stecken könnt.

Futterstellen sollten spätestens im Spätherbst angebracht werden, damit sich die Vögel mit ihnen vertraut machen können. Bei der Aufstellung von Futterhäusern solltet ihr darauf achten, dass Katzen keine Möglichkeit haben, sich verdeckt anzuschleichen und die Vögel anzugreifen. Der Futterplatz sollte also nicht zwischen Büschen oder in eng verzweigten Bäumen angebracht werden. (cr/rl)

Hund im Nacken?

Dieser Artikel ist ein Beitrag von Christine und Robert von mensch-hund-und.de, die auf ihrer Webseite regelmäßig zu Menschen-, Tier- und Naturrechten schreiben und auch bereits einige Bücher veröffentlicht haben.

 

HUND IM NACKEN?

Wer von uns erfreut sich nicht am Anblick spielender Hunde, Katzen oder Fuchswelpen? Sicherlich zählt sich die große Mehrheit aller Menschen zu denen, die Tiere lieben. Trotzdem haben immer mehr Menschen einen Hund, eine Katze oder einen Fuchs im Nacken.

War es noch vor Jahren verpönt, Pelz zu tragen, hat sich dies mittlerweile geändert. Nahezu 30 Prozent der Deutschen Konsumenten haben im vergangenen Herbst und Winter Kleidungsstücke mit Pelzbesatz gekauft. An Jacken, Mänteln, Schuhen, Stiefeln, Mützen, Handschuhen und Pullovern werden die Pelze verarbeitet.

Im unteren und mittleren Preissegment bestehen diese Pelzapplikationen fast immer aus dem Fell von Kaninchen, Hunden oder Katzen. In höheren Preisbereichen werden häufig auch Füchse oder andere Pelztiere zu modischen Bekleidungsstücken.

Echtpelz muss nicht deklariert werden

Die Fabrikanten dieser Bekleidung und die Modelabels, die diese Bekleidung vertreiben, müssen den Echtpelz nicht deklarieren. Um den Konsumenten über diese Tatsache hinwegzutäuschen, werden Fantasienamen kreiert, z. B.: Loup d’Asie (Hund), Gaewolf (Hund), Bio-Wolf (Hund), Corsac Fox (Hund), Lili (Katze), Maopee (Katze), Goyangi (Katze), … Die Modelabels nutzen über 70 derartiger Fantasienamen.

Für die Modehersteller sind diese Echtpelze billiger als Web- oder Kunstpelze! Ihr müsst wissen: Nur Bekleidungsstücke, die als Kunst- oder Webpelz (Fake Fure)
ausgezeichnet sind, enthalten kein Fell von Tieren.

Erntezeit wird das blutige Abschlachten genannt

Erntezeit nennen die Pelztierzüchter das massenhafte, blutige Abschlachten. Allein für den Modemarkt in Deutschland werden auf dem asiatischen Kontinent in jedem Jahr hunderttausende Tiere umgebracht. Das Leben der bedauernswerten Tiere in den Pelzfarmen ist voller Qual und Entbehrungen. Die Tötungsmethoden sind

unfassbar grausam.

Auch in diesem Herbst werden modebewusste Menschen wieder liebevoll mit ihrem Hund umgehen und gleichzeitig ein Bekleidungsstück mit Pelz tragen. Die Nachfrage bestimmt nach wie vor den Markt.

Bitte verzichtet auf Bekleidung mit Pelzbesatz. Informiert eure Familie, eure Freunde, eure Kollegen und Bekannten über dieses blutige Gewerbe. Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr auf der Webseite www.gelabelt.de. Wer wissen möchte, wie man Kunst- von Echtpelz unterscheidet, schaut sich diesen kurzen Film an: 

Vorsicht: Die Bilder auf gelabelt.de sind mitunter so blutig wie die Erntezeit!

Kutschunglück überlebt: Meinolf Arnold gibt Interview

Meinolf Arnold hatte Glück im Unglück: Er und die anderen Opfer des Kutschunglücks vom Rosenmontagszug 2018 haben überlebt. Herr Arnold hatte bereits vor einigen Wochen ein Interview im Kölner Stadtanzeiger gegeben, bei dem er sich klar gegen Kutschen im Kölner Rosenmontagszug ausspricht.

Jetzt hat Herr Arnold auch ein Fernsehinterview gegeben, das in der Aktuellen Stunde des WDR ausgestrahlt wurde.

In nur sechs Tagen, am 13.09.2018, wird im Kölner Rathaus über unser Bürgerbegehren entschieden, Pferde im Karneval endlich zu verbieten. Sei auch Du dabei und unterstütze durch Deine Anwesenheit, ein Plakat oder eine ähnliche Aktion!

Hier ein Zusammenschnitt des Interviews mit Herrn Arnold, veröffentlicht auf facebook bei wdraktuell.de

Dokumentation zu Kutschunfällen

Wir bereiten uns aktiv auf die Ratssitzung am 13.09.2018 in Köln vor. Und wir sind nicht die einzigen!

PeTA setzt sich ebenfalls vehement dafür ein, dass Pferde im Rosenmontagszug verboten werden und hat auf ihrer Webseite eine Liste von Kutschunfällen und weitere Informationen zur Kutschindustrie veröffentlicht. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte: Wir können den Besuch der Webseite nur empfehlen!

Ausschusssitzung im Stadtrat am 13.09.2018 – sei dabei!

Am 13.09.2018 wird um 17:00 Uhr im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden der Stadt Köln der Antrag des NTK diskutiert: „Verbot der Nutzung von Pferden im Kölner Rosenmontagszug und allen Karnevalsumzügen“. Wir freuen uns, dass wir die Pferde vor dem Ausschuss werden verteidigen dürfen.

Ihr könnt uns unterstützen, in dem ihr einfach am Kölner Rathaus auftaucht! Die Sitzung ist öffentlich und findet im Rathaus Spanischer Bau, Theodor-Heuss-Saal, Raum-Nr. A 119 im Ratssaal statt. Wichtig ist, dass wir zwar zahlreich erscheinen, aber ruhig bleiben. Unser Ziel ist klar, auf der Sachebene unsere Argumente – die für sich sprechen – vorzutragen, und nicht den Ausschuss zu stören. Dabei hoffen wir darauf, dass eine möglichst große Zahl an Zuschauern für uns spricht.

Im Dezember 2017 haben wir unsere Beschwerde eingereicht, in der wir das Verbot von Pferden im Karneval fordern. Es war immer klar, dass eine Anhörung erst nach der Session 2018 stattfinden würde. Die Anhörung wurde seither ein paar mal verschoben, daher freuen wir uns, dass sie jetzt stattfindet. Wir bekommen hier die Gelegenheit, unsere Argumente vor dem Ausschuss vorzutragen.

Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden selbst hat eine beratende Funktion für den Stadtrat und die Oberbürgermeisterin. Er wird gebildet aus Vertretern verschiedener Parteien. Es ist der Stadtrat, der in einer offenen Diskussion, die auch protokolliert wird, darüber abstimmt, ob ein Verbot ausgesprochen werden soll oder nicht.

Wir hatten schon einmal einen ähnlichen Antrag gestellt, doch damals wurde gegen unseren Antrag gestimmt.

Wir werden aber nicht aufgeben, sondern hartnäckig bleiben. Unsere Forderung, Pferde im Karneval generell zu verbieten, ist für Tiere und Menschen die richtige Entscheidung und diese Forderung werden wir auch über die Ausschusssitzung hinaus vertreten!

 

 

KSTA Leser sprechen sich gegen Pferde im Zoch aus

Der Kölner Stadtanzeiger hat die Leserbriefe zu seinem Artikel vom 09.08. veröffentlicht. (Anmerkung: Der Artikel ist online nur noch nach Anmeldung zugänglich, aber weiterhin kostenfrei. Wir haben eine PDF Kopie für euch exportiert). Viele der veröffentlichten Positionen sprechen sich dafür aus, die Pferde im Rosenmontagszug abzuschaffen. Es gibt aber natürlich auch Stimmen, die dafür plädieren, dass Pferde traditionsgemäß zum Karneval dazu gehören, einfach hübsch anzuschauen sind und das Risiko in Kauf zu nehmen sei. Bei diesen Leserbriefen wird die Verantwortung für das Verhalten der Tiere auf die jecken Zuschauer übertragen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen gefordert.

Was aber sind denn konkret die Sicherheitsmaßnahmen, die man vornehmen könnte, um Fluchttiere davon abzuhalten, in blinder Panik in Menschen zu rennen?

Die Antwort mag plakativ klingen, ist aber tatsächlich nur sehr einfach: Die einzige Möglichkeit, Unfälle mit Pferden im Karneval zu vermeiden, ist Pferde im Karneval zu verbieten!

Wir haben dazu eine Argumentenliste zusammengestellt, die alle relevanten Punkte betrifft. Zur Diskussion um Tradition hier ein Zitat aus dem Leserbrief von Gabriele und Georg Winkler aus Köln:

Wie schön war es in dem Jahr, als ein Sturm vorhergesagt wurde und die Reiter mit Steckenpferden gingen. Das war doch eine tolle Persiflage. So soll Karneval sein. Wäre man pfiffig und mutig gewesen, hätte das der Beginn einer neuen Tradition sein können.

Tradition, die potentiell Leben gefährdet, gehört abgeschafft! Natürlich ist auch vom Traktor überrollt zu werden, potentiell tödlich, aber der Traktorfahrer ist im Gegensatz zum Pferd kein Fluchttier. Die Argumentation, dass es sehr hübsch ausgesehen habe, wie die Pferde im Zug mitlaufen, hilft durch Pferden verletzten Menschen wenig (und dem Pferd natürlich überhaupt nicht). Die Schuld auf die Zuschauermenge zu schieben, die sich quasi „einfach nicht benehmen kann“ ist lachhaft, schließlich kann der Einsatz von Pferden kontrolliert werden, nicht die tausende von Zuschauern.

Wir freuen uns aber sehr, über die lebendige Debatte, die durch den Kölner Stadtanzeiger gefördert und gefordert wird und sind auch selbst mit einem Leserbrief zu Wort gekommen:

Es geht besser ohne

Vielen Dank für das Interview mit Meinolf Arnold. Sein Erfahrungsbericht als Opfer des Kutschen-Unfalls unterstreicht, was Tierschützer und verantwortungsbewusste Jecken, die sorgenfrei feiern wollen, seit Monaten und Jahren fordern: Einen pferdefreien Zug und Schluss mit den endlosen Diskussionen, ob Tradition und Selbstdarstellung einzelner Profilneurotiker die Gefährdung der Sicherheit von Mensch und Tier bei einem Groß-Event rechtfertigen. Vielfach argumentiert und durch Experten bestätigt ist das unberechenbare Verhalten eines Fluchttieres in Panik. Dagegen kann man durch „Musik leiser drehen“, Lkw vor Kutschen fahren lassen und noch mehr Ordnungskräfte nichts tun. Das Kamelle werfen ist ein wesentlicher Bestandteil des Zuges. Ein Wurfgeschoss kann immer ein Tier treffen und erschrecken. Köln als Karnevalshochburg sollte mit gutem Beispiel vorangehen und nicht der Nachbarstadt Düsseldorf hinterherhinken und final den Einsatz von Tieren beim Karneval verbieten. Dann können in Zukunft wieder alle laut mitsingen, Spaß haben und ausgelassen feiern, wie es sich für einen bunten, lustigen Karneval gehört.

NATALIE STEFFEN, NETZWERK FÜR TIERE, KÖLN

„Die Idee des Karnevals ist es, sich auch über sich selbst lustig zu machen.“

Das war die Antwort von Meinolf Arnold auf die Frage des Kölner Stadt Anzeigers „Das heißt, dem Zoch würde ohne Pferde nichts Wesentliches fehlen?“ in einem Interview, das am 09.08.2018 in Onlineausgabe und der Printversion der Zeitung veröffentlicht wurde. Das Interview ist in der Onlineausgabe mitlerweile nur noch nach [offenbar kostenloser] Anmeldung zugänglich. Wir haben eine PDF Version des Artikels exportiert.

Herr Arnold war Opfer des Kutschunglücks im Rosenmontagszug 2018. In dem Interview spricht er sich klar gegen Kutschen im Rosenmontagszug aus und dafür, Pferde im Rosenmontagszug durch zeitgemäßere (und aus unserer Sicht tierfreundlichere!) Mittel zu ersetzen, wie beispielsweise Traktoren.

Ich persönlich habe richtiges Glück gehabt, dass ich überhaupt noch lebe. Und was viele nicht wissen: Nach dem ersten Unfall standen die Pferde für ca. zehn Minuten still. Dann gingen sie ein zweites Mal durch, ohne Einwirkung von außen (…)

So die Beschreibung des Unfalls von Herrn Arnold im Kölner Stadt Anzeiger. Das ganze Interview ist absolut lesenswert und kann in der heutigen Printausgabe des Kölner Stadt Anzeigers nachgelesen werden. Herr Arnold nimmt sehr nüchtern und unvoreingenommen Stellung zum Unfall, und unterstreicht damit alle Argumente, die auch wir gegen alle Pferde im Karneval bereits aufgeführt haben und auch weiterhin vertreten, zum Beispiel in unserem Offenen Brief an Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Der Kölner Stadt Anzeiger ruft zum Schluss des Artikels in der Printausgabe seine Leser auf, ihre Meinung mitzuteilen. (In der Onlineausgabe kann man auf ein „Stimmungsbarometer“ klicken.) Wir leiten diese Anfrage gern weiter an euch!

Lest euch das Interview im KSTA durch und schreibt eure Meinung dazu:

„Pferde im Zoch – ist das noch zeitgemäß?
Teilen Sie uns Ihre Meinung mit
Schreiben:
Kölner Stadt-Anzeiger.
Lokalredaktion, 50590 Köln
Faxen:
0221/224-2524
Mailen:
(Bitte alle Schreiben, Mails, Faxe und Online-Zusendungen mit kompletter Anschrift)“

 

Pferde im Kölner Karneval auch 2019: Ein weiteres Jahr Tierquälerei

Das Festkomitee des Kölner Karnevals verkündete am 25.07.2018, dass Pferde im Kölner Karneval weiterhin eingesetzt werden.

Die Pferde sollen unter „verschärften Bedingungen“ eingesetzt werden, die tatsächlich den Gefahren des Einsatzes von Fluchttieren in solchen Situationen nichts entgegen setzen. Das Festkomitee entledigt sich zudem jeglicher Verantwortung am dramatischen Unfall von Februar diesen Jahres. Es wird behauptet, nach den Pferden sei geworfen worden – und sowas ließe sich schließlich durch das Festkomitee nicht verhindern. Dazu können wir nur sagen: Doch! Solche Unfälle lassen sich verhindern, in dem Sie keine Pferde mehr einsetzen! Die Aussage des kölner Festkomitee kommt außerdem den staatsanwaltlichen Ermittlungen einen Monat zuvor, und verkündet eine Ergebnis, wo noch keines da ist.

Eine Aussage, die die Kölner Staatsanwaltschaft so nicht bestätigt. „Wir haben noch keine eindeutigen Beweise, dass die Pferde beworfen oder beschossen wurden“, sagte eine Sprecherin. Und schon gar keine Hinweise auf einen möglichen konkreten Täter.

Wir vom NTK halten den Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug für Tierquälerei – und wem das als Grund allein nicht reicht, ist der Einsatz offensichtlich auch für Menschen gefährlich und der gefahrlose Einsatz kann vom Festkomitee überhaupt nicht garantiert werden. Anstatt sich ihrer Verantwortung zu stellen und, wie schon in Düsseldorf, wenigstens den Einsatz von Kutschpferden zu verbieten, stellt man sich in Köln offensichtlich auf die Position, dass man bei Massenveranstaltungen eben nicht alle Unfälle verhindern kann.

Übrigens hatten die Besucher des Tierheimfestes in Dellbrück eine super Idee: die Tiere im Rosenmontagszug durch Steckenpferde ersetzen! Weniger Kosten, weniger Gefahren, dafür erhöhte Heiterkeit im Publikum.Die Idee ist dabei nicht ganz neu: Schon in 2016 wurde aufgrund einer Sturmwarnung auf Pferde im Zug verzichtet und manche Gruppen nahmen als Alternative den „hölzernen Verwandten“ mit auf die Reise … was dem Spass der Narren überhaupt keinen Abbruch tat.

Du möchtest uns helfen, Pferde im kölner Karneval verbieten zu lassen? Sammele Unterschriften! Diskutiere mit Deinen Freunden, Kollegen, deiner Familie. Wir haben eine Argumentenliste zusammengestellt, die dir helfen kann.

Wir haben außerdem Aussagen von Pferdeexperten die belegen, dass der Einsatz von Tieren im Karneval eine gefährliche Tierquälerei darstellt und haben die Fakten aus 2017 und 2018 zusammengestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war das Tierheimfest in Dellbrück

Am 21. und 22.07.2018 wurde im Tierheim Dellbrück das 50-jährige Bestehen zünftig gefeiert. Das Fest war ein voller Erfolg, und die vielen Besucher konnten neben leckerem Essen, Tombola, Bühnenprogramm, Flohmarkt und Infoständen auch das Tierheim selbst erkunden.

Auch das NTK war mit einem Stand vertreten: Unsere Aufsteller zum Thema Pferde im Rosenmontagszug mit Ausschnitten aus Presseberichten zu den Unfällen haben viel Interesse bei den Besuchern geweckt. Mit vielen Leuten sind wir ins Gespräch gekommen. Insgesamt war das Publikum natürlich ohnehin tierfreundlich gestimmt und unser Anliegen, Pferde im Rosenmontagszug zu verbieten, wurde wohlwollend aufgenommen. Aber auch hier gab es vereinzelte Gespräche, bei denen die Tradition zunächst vor das Tierrecht gestellt wurde. Gut, dass wir eine ganze Argumentenliste zu dem Thema haben, die auch euch helfen kann, wenn ihr mit anderen zu dem Thema diskutieren wollt!

Erfolgreich lief auch das Sammeln von weiteren Unterschriften: Insgesamt 935 Menschen haben sich unserer Forderung mit ihrer Unterschrift angeschlossen!

Im Angebot hatten wir auch Hufeisenwerfen als Unterhaltungsprogramm für Kinder, was ebenfalls gut ankam und unsere Spendeneinnahmen zur Finanzierung der Podiumsdiskussion von Anfang diesen Jahres weiter voran gebracht hat.

Ein Highlight für uns war der unverhoffte Besuch der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Sonntag. Die Oberbürgermeisterin hatte auf unseren offenen Brief bisher nicht reagiert – aber der NTK konnte sie dann doch noch kurz zu unserem Thema ansprechen. Uns war wichtig, die Forderung, Pferde vom Karneval auszuschließen, respektvoll und nachdrücklich zu wiederholen und gegenüber der Oberbürgermeisterin weiterhin unsere Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Wir glauben, sie hat das kurze Gespräch positiv aufgenommen.

Wir machen mit unserer Arbeit erstmal weiter: Als nächstes versuchen wir, die von unserer Forderung betroffenen Karnevalsvereine und politische Vertreter mit uns an einen runden Tisch zu bekommen, um über unsere Forderungen zu sprechen. Wir warten außerdem darauf, dass wir vor den Ausschuss der Stadt Köln geladen werden, um unseren im Dezember 2017 eingereichten Bürgerantrag zu besprechen.

Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann unterschreibt selbst oder sammelt Unterschriften.