Ein Kommentar zum Rosenmontagszug 2019

Kommentar der Initiative „Mensch Hund und

Mit der dicken Trumm

Nicht nur mit der dicken Trumm sind wir Rosenmontag mit dem Netzwerk für Tiere Köln (NTK) im Zoch vorm Zoch durch Köln gezogen. Schon seit einigen Monaten unterstützen wir das NTK bei seiner so wichtigen Arbeit, die Zurschaustellung von Pferden, die traditionell im Kölner Rosenmontagzug mitgehen zu beenden. Und nicht nur da. Das Leid der Pferde und die Gefahr für Menschen muss ein Ende haben. Denn Tradition ist nur dann gesund, wenn sie offen für Entwicklung und Veränderung ist. Davon ist das FKKK (Festkomitee Kölner Klüngel Karneval) leider meilenweit entfernt.

Umfragen bei Kölner*innen zeigen, dass eine Mehrheit gerne auf Pferde im Rosenmontagszug verzichten würde. Diese Stimmen verhallen bisher ungehört.

Noch nicht einmal das schwere Kutschunglück 2018 konnte beim FKKK für einen Gewinn an Vernunft sorgen. Dass Petrus ein Tierfreund ist, zeigte der Rosenmontagszug 2016 und dieses Jahr. Petrus pustete reichlich Wind durch die Straßen von Kölle, so dass das FKKK auf Pferde im Zoch verzichten musste. Siehe da, auch ohne Pferde wurden Kamelle und Strüßjer geworfen und die Jecken hatten ungemindert Spaß beim Feiern.

Jecke Tierschützer

Dem NTK ist es gelungen, eine wunderschöne Gruppe auf die Beine zu stellen. 41 jecke Tierschützer feierten mit den Zuschauern am Zugweg eine rauschende Party. Der Zuspruch der jecken Zuschauer war enorm. Daumen hoch, Schulter klopfen, Luftbützje und zustimmendes Nicken waren die Reaktionen aus der Menge. Spontan gingen Befürworter eines pferdefreien Rosenmontagszugs einige Meter mit uns und suchten das Gespräch. Die mitgeführte E-Kutsche von myETOURS, die selbst gebastelten kunterbunten Pferde, die wippenden und tanzenden Einhörner, die für die Pferde als unterstützendes Zeichen die Einhörner eingezogen hatten und eben die dicke Trumm und das Trömmelche, waren Straßenkarneval, wie er sein soll: bunt, handgearbeitet und dem FKKK den Spiegel vorhaltend.

Wir hatten Spaß wie Bolle! Tanzend durch die Straßen von Köln zu ziehen, mit 100tausenden fröhlichen Menschen zu feiern und dabei eine solch wichtige Message zu transportieren – „Mir Jecke bruche kein Pääder im Fasteleer“ ist Karneval pur!

Besonders erfreulich war es, zu sehen, aus welch unterschiedlichen Tierschutzgruppen die Unterstützer des NTK kommen. Das zeigt auch, dass die Arbeit des NTK über die Kölner Grenzen hinaus wahrgenommen wird. Und so waren in der  NTK Karnevalstruppe u. a. jecke Tierschützer des bmt/Tierheim Dellbrück, der Kuhrettung Rhein Berg sowie von Ärzte gegen Tierversuche vertreten. Sogar aus der Schweiz waren jecke Tierschützer angereist, um das NTK zu unterstützen.

Böses Foul

Dabei hat das FKKK es sich nicht nehmen lassen, Foul zu spielen. Obwohl wir unsere Gruppe mit der Abmarschzeit 9.30 Uhr bei der Polizei angemeldet hatten und diese Abmarschzeit auch schriftlich von der Polizei bestätigt wurde, spielte das FKKK Foul. Zugleiter Alexander Dieper kontaktierte das NTK nur wenige Tage vor dem Rosenmontag mit der Forderung, wir müssten um 8.40 Uhr losmarschieren. Also 50 Minuten vor der polizeilich bestätigten Zeit und 1 Stunde und 31 Minuten vor dem Rosenmontagszug. Ein Narr, der Böses dabei denkt.

Wer das NTK und seine Akteure kennt, weiß, dass solch ein Foulspiel nur die Motivation steigert. Energie in eine juristische Auseinandersetzung wollten wir nicht vergeuden. Das NTK bestätigte den Abmarschtermin von 8.40 Uhr und ging punkt 8.40 Uhr am Clodwigplatz mit allerbester Laune los. Was das FKKK nicht wusste, wir hatten Doctor Who auf unserer Seite. Eben noch um 8.40 Uhr vor den Augen des FKKK gestartet und schon kurz darauf durch die Blaue Pooz in die 9.30 Uhr Zeit geflogen. Tünnes und Schäl wären stolz auf das NTK gewesen. Da wir positive Menschen sind, gehen wir davon aus, dass der neue Zugleiter Holger Kirsch ohne Foulspiel auskommen und es aushalten wird, dass in der 5. Jahreszeit die Meinungsfreiheit nicht aufgehoben ist.

Mitmachen!

Liebe jecke Tierschützer*innen, wer von euch tanzend und feiernd durch Köln ziehen möchte und dabei dem FKKK zeigen will, dass Pääder im Karneval Tierquälerei sind und zudem für alle Jecke lebensgefährlich, der streiche sich jetzt schon den 24. Februar 2020 rot an. Denn dann sind wir wieder jeck, aber klar in der Aussage in den Straßen von Köln unterwegs, im Zoch vorm Zoch und gerne mit euch! Oder ihr kontaktiert das NTK und kommt mal vorbei, bei einem unserer nächsten Treffen.

Wir freuen uns immer über Unterstützer. Frei nach dem neuen Kölner Karnevalsmotto „Et Hätz schlät och em Veedel für die Pääder“.

Christine und Robert

Rosenmontagszug 2019

Papppferde und Elektrokutschen brauchen Stürme nicht zu fürchten und sind völlig risikolos einzusetzen. Unter diesem Motto führte das NTK seine Parade vor dem Rosenmontagszug wie geplant durch, auch wenn die Pferde diesmal dem Rosenmontagszug fernblieben. Leider nicht durch die nötige Einsicht der Stadt Köln und der Entscheidungsträger, sondern durch die Sturmwarnung. Die E-Kutsche von myETOURS war dabei ein absoluter Hingucker. Hier geht es zum Film!

Insgesamt 41 Aktivisten ließen sich den Spaß nicht nehmen und trotzten mit bunten Kostümen Wind und Wetter, wie die Bilder eindrucksvoll belegen. Karneval geht also problemlos auch ohne Pferde, das haben nach uns auch zahlreiche Traditionsvereine wie die „Blauen Funken“ oder die „Treuen Husaren“ im Zug selbst gezeigt!

Das NTK wird gemeinsam mit der DJGT unverändert an seiner Linie festhalten, die Pferde aus Sicherheitsgründen und wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz aus dem Karneval, insbesondere dem Kölner Rosenmontagszug zu bekommen.

Chronologie der Forderungen des NTK und der DJGT sowie die Reaktion der Stadt Köln

13.09.2018 Ausschuss für Anregungen und Beschwerden

Das NTK stellt die juristische Stellungnahme der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) in einer gemeinsam erstellten Präsentation vor.

Zusätzlich wird der Augenzeugenbericht der Frau M. vorgelesen.

Das Ansinnen wird abgelehnt von CDU, SPD und FDP, Zustimmung gibt es von „Bündnis 90/Grüne“ und „Die Linke“.

19./21.12.2018 

NTK und DJGT wiederholen ihre Forderung eines Pferdeverbots im Kölner Karneval, insbesondere im Rosenmontagszug, mit einem Schreiben an die Oberbürgermeisterin Reker, das Veterinäramt und das Ordungsamt der Stadt Köln, die Polizei, NRW-Innenminister Reul und natürlich das Festkomitee Kölner Karnvel. Dort stellen sie zusätzlich Maßnahmenverschärfungen, wie ein Verbot der sog. „Rollkur“ sowie des Einsatzes scharfer Gebisse, in die Pflicht der Entscheidungsträger.

30.01.2019

Das Ordnungs- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln lehnt die Forderung einer Maßnahmenverschärfung schriftlich ab.

 

Wir haben auch in den vergangenen Jahren dokumentiert, was Tiere im Karneval durchmachen müssen. Schaut euch das Video dazu an:

Erste Hilfe für den Hund

Copyright 2019 mensch-hund-und.de

Ein langer Spaziergang durch den Wald, eine spannende Tour an Feldern vorbei oder über Stock und Stein macht Zwei- und Vierbeinern viel Freude. Solch eine schöne Tour kann euch durch eine Verletzung eures geliebten Hundes von jetzt auf gleich als Ersthelfer fordern. Euer Hund zeigt Schmerzen an, er blutet aus einer Wunde, nicht selten ist eine Pfote betroffen. Brüche, Kreislaufprobleme bei großer Hitze oder aufgrund eines Insektenstichs, alles das kann schnell passieren.

Wer kann helfen?

Wie wichtig es ist, Erste-Hilfe-Maßnahmen für Hunde zu beherrschen, zeigt sich leider häufig erst, wenn der Notfall bereits eingetreten ist. Doch dann ist es meistens zu spät und man kann nur hoffen, dass Hilfe durch fachkundige Dritte kommt oder der nächste Tierarzt schnell zu erreichen ist. Und falsch ausgeführte Erste Hilfe kann die Situation für den verletzten oder erkrankten Hund noch verschlimmern.

Guter Rat ist nicht teuer

Um seinem geliebten Hund, aber auch anderen tierischen Familienmitgliedern, selbst schnell und kompetent helfen zu können, empfehlen wir den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses für Hunde. Fast immer werden bei diesen Kursen auch Erst-Hilfe-Maßnahmen für andere tierische Familienmitglieder angesprochen. Der genaue Inhalt des jeweiligen Erste-Hilfe-Kurses kann im Vorfeld erfragt werden.

Wer schult mich für den tierischen Notfall?

Die Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen für Hunde lassen sich leicht im Internet finden. Oder ihr fragt eure Tierärztin oder euren Tierarzt/Tierheilpraktiker*in. Sie werden euch gerne Auskunft geben. Auch das Tierheim oder der Tierschutzverein bei euch vor Ort könnten wissen, wann und wo der nächste Kurs stattfindet. Am Ende dieses Artikels sind einige Links, die euch bei der Suche weiterhelfen können.

Wie lange dauert so ein Erste-Hilfe-Kurs und was lerne ich dort?

Ein Erste-Hilfe-Kurs für Hunde oder Haustiere im Allgemeinen dauert ein oder zwei Vor- oder Nachmittage. Maßnahmen, wie das Anlegen eines Pfötchenverbandes, das Stillen einer blutenden Wunde oder das Schienen eines verstauchten Gelenkes sind Basics eine Kurses und gar nicht so schwer zu erlernen. Weitere Inhalte werden sein: Wie erkenne ich bei meinem Hund eine Kreislaufschwäche oder wie erkenne ich Vergiftungssymptome und was muss ich im Falle einer Vergiftung tun? Wir sind ziemlich sicher, dass euch so ein Kurs Spaß machen und das berechtigte Gefühl bei euch hinterlassen wird, für Notfälle gewappnet zu sein.

Erste-Hilfe-Set für Hunde

Wir empfehlen euch, zumindest bei größeren Touren, immer ein Erste-Hilfe-Set für Hunde mitzuführen. Das schon für wenige Euro im Fachhandel oder in eurer Apotheke erhältliche Set ist in der Regel weder groß noch schwer. Zum Inhalt des Sets gehören unter anderem: eine Pinzette zum Entfernen von Stacheln oder Fremdkörpern, Desinfektionsmittel, Lösungen zur Wundreinigung, Verbandsmaterial, Dreieckstuch und eine Zeckenzange. In den Erste-Hilfe-Kursen für Hunde wird das Erste-Hilfe-Set samt Inhalt sicherlich auch thematisiert.

 

Ihr sucht bei euch vor Ort jemanden, der einen Erste-Hilfe-Kurs für eure Vierbeiner anbietet? Auf diesen Webseiten werdet ihr fündig:

Oder ihr fragt eure Tierärztin oder euren Tierarzt und organisiert einen solchen Erste-Hilfe-Kurs einfach selbst. (cr/rl)

Sogar die legendäre STUNKSitzung nimmt sich 2019 des Themas „Pferde im Rosenmontagszug“ an.

Die STUNKsitzung ist eine alternative kabarettistische Sitzung im Kölner Karneval und befasst sich, oft sarkastisch und ironisch, immer mit einem Augenzwinkern mit politischen Themen, die sowohl national, international als auch regional sein können.

Und in diesem Jahr wird in der Ansage zum folgenden Sketch sehr deutlich gesagt, dass Pferde nichts im Karneval zu suchen haben. Dann nimmt man sich des Themas auf die bekannte bunte, lebhafte und lustige Art an, die der STUNKsitzung so eigen ist und zeigt mit viel Kreativität, wie das ohne echte Pferde im Zug ablaufen könnte….

 

NTK und DJGT fordern Maßnahmenverschärfung für den Einsatz von Pferden im Karneval

Folgende Meldung ging am 21.12.2018 an unseren Presseverteiler:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) und die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. (DJGT) fordern eine Verschärfung der Maßnahmen für den Einsatz von Pferden im Kölner Karneval, insbesondere im Rosenmontagszug. Dies ist – neben der immensen (Lebens-) Gefahr, die für Mensch und Tier besteht – juristisch geboten und notwendig, wie beiliegendes Schreiben ausführlich erläutert.

 

Dieses Schreiben ergeht an die Verantwortlichen und Entscheidungsträger des Landes NRW und der Stadt Köln, konkret

 

·         das Innenministerium NRW, Herr Minister Herbert Reul,

·         die Polizei der Stadt Köln,

·         die Oberbürgermeisterin Henriette Reker,

·         das Ordnungsamt,

·         das Veterinäramt, Leiter Dr. Egbert Lechtenböhmer,

·         dessen Amtstierärztinnen Dr. Behlert und Dr. Augustiniok und

·         das Festkomitee Kölner Karneval, Herren Kuckelkorn und Dieper.

 

Die in beiliegendem Schreiben genannten Ansprechpartner Claus Kronaus (für das NTK) und Barbara Felde (für die DJGT) stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Netzwerk für Tiere Köln (NTK) – zum Wohl von Mensch und Tier!

Deine Unterstützung ist gefragt!

Hallo liebe Tierfreunde,

auch in dieser Session wollen wir für das Verbot von Pferden im Karneval kämpfen – und dazu brauchen wir diesmal eure tatkräftige Unterstützung!

Wir suchen zuverlässige Menschen, die am Rosenmontag (04.03.2019) Aufnahmen von den Pferden machen.

Gerne auch im Bekanntenkreis und in euren Tierschutzgruppen fragen – je mehr Leute wir sind, desto beeindruckender wird die Aktion. Wir planen eine Parade VOR dem eigentlichen Zug und suchen Menschen, die während des Zugs filmen. Wir haben Flyer vorbereitet zum selbst ausdrucken in DinA5 und DinA4.

Wir freuen uns auf euch und eure Rückmeldungen an info (at) netzwerk-fuer-tiere-koeln.de

Unten seht ihr den Flyer und herunterladen könnt ihr ihn auch in Din A4 hier:

Adventsbasar im Tierheim Bergheim

Am Samstag den 08.12. hieß es für Rana und Claus Kronaus wieder, vegane Lebkuchen im Namen des NTK zu verteilen – diesmal auf dem Adventsbasar im Tierheim Bergheim. Wie schon beim Basar im Tierheim Dellbrück kamen die beiden mit vielen Besuchern ins Gespräch. Insgesamt standen auch die Bergheimer Besucher dem Thema Pferde im Karneval kritisch gegenüber und wir sehen den Einsatz von Rana und Claus als Erfolg!

Falls ihr zum ersten Mal auf unsere Webseite findet, vielleicht auch über die Aktion von Claus und Rana, dann könnt ihr euch hier näher dazu informieren, warum Pferde im Karneval verboten werden sollten. Wir haben unsere Argumente für euch zusammengefasst und im Menü rechts könnt ihr unsere Dokumentation zu vergangenen Unfällen und Tierquälerei im Karneval finden. Oder ihr lasst es euch einfach im Video von Fienchen und Tünn erklären! 

Pressemitteilung zum E-Kutschfahrt Fototermin mit myETOURS

Sehr geehrte Damen und Herren,

pünktlich zum Sessionsbeginn möchte das Netzwerk für Tiere Köln (NTK), das sich seit Jahren für einen pferdefreien Karneval einsetzt, auf eine perfekte Alternative zur traditionellen Pferdekutsche hinweisen: die E-Kutsche.

Dazu möchte das NTK Ihre Redaktion zu Fototermin und Kutschfahrt von der Altstadt bis nach Deutz und zurück einladen und steht zu allen Fragen zur Verfügung:

 

Samstag, 10. November 2018 um 13 Uhr

vor dem Senatshotel, Unter Goldschmied 9 – 17, 50667 Köln

 

Am Rheinufer im Bereich des Hotel Hyatt Köln/Taxizone ist um 13.15 Uhr eine weitere Motivmöglichkeit mit der Kölner Kulisse im Hintergrund.

Karneval ohne Pferde garantiert ein ausgelassenes Feiern des kölschen Brauchtums – die Sicherheit und das Wohlergehen aller Zugteilnehmer ist gewährleistet. Mit E-Kutschen sieht das Netzwerk für Tiere Köln einen zukunftsweisenden Weg im Kölner Karneval und dankt myETOURS Köln für die bahnbrechende Alternative zur traditionellen Pferdekutsche.

www.myetours.com

 

Ein Umdenken von den Karnevalisten bzw. des Kölner Festkomitees zu pferdefreien Transportmöglichkeiten in den Zügen ist an der Zeit und muss umgesetzt werden. Eine weitere Stadt neben Düsseldorf, die aus dem diesjährigen Kutschenunfall in Köln gelernt hat, ist Viersen mit einem kompletten Verzicht der Pferde, damit die Zuschauer sorgenfrei feiern können.

Das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) ist ein Zusammenschluss mehrerer, teilweise seit Jahrzehnten etablierter Vereine und Organisationen aus dem Kölner Raum, die sich jeweils verschiedenen Themen des Tierschutzes widmen. Das NTK hat sich dem Wohl von Mensch und Tier und dem harmonischen Miteinander verschrieben. Dazu gehören die Tierheime Köln-Dellbrück und Bergheim vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V., die Ärzte gegen Tierversuche, die Kuhrettung Rhein-Berg, Aktion FairPlay und Hofzeit e. V.

Rückfragen bitte unter Heike Bergmann, Tierheim Köln-Dellbrück, 0173/276 28 26 oder via e-Mail.

 

Köln, 09. November 2018

 

Heike Bergmann

Netzwerk für Tiere Köln

 

Igel und Wildvögel richtig füttern

Immer mehr Tierfreunde richten bereits im Herbst Futterstellen für Wildtiere ein. Im
Fachhandel und in großen Bioläden findet ihr Igel- und Vogelnahrung.

(Foto: Bernd Kunz, NABU)

Naturnah gestaltete Gärten sind für viele Tiere ein wahres Paradies: In Hecken, Sträuchern und versteckten Höhlen tummeln sich im Herbst viele Igel und Wildvögel. Immer mehr Gartenbesitzer locken sie mit spezieller Nahrung an, um sie in Ruhe beobachten zu können. Der Zoofachhandel bietet dazu bereits Wochen vor dem ersten Frost eine große Auswahl artgerechter Futtersorten an.

Für Igel wird es immer schwieriger, ihren Futterbedarf an Insekten vor ihrem Winterschlaf zu decken. Deshalb ist eine Lockfütterung ab November unverzichtbar. Wichtig: Igel halten Winterschlaf und sollten dann nicht mehr zum Fressen geweckt werden. Mindestens 500 Gramm Gewicht sollte ein junger Igel aber schon haben, damit er den Winterschlaf übersteht.

Stachelträger mögen Igelfutter oder Katzennahrung
Für die Fütterung können Tierfreunde spezielles Igelfutter oder Katzenfutter – bitte kein Ragout oder Stückchen in Gelee – verwenden und dieses zusätzlich mit Haferflocken oder Rührei anreichern. Außerdem trinken Igel frisches Wasser. Keinesfalls dürfen die stachligen Vierbeiner Milch zu sich nehmen. Das verträgt der empfindliche Darm der Tiere nicht.
Tierfreunde können Igeln den Winterschlaf erleichtern, wenn sie im Garten geeignete Häuschen aus dem Fachhandel aufstellen. Diese richten die Igel dann selbst mit Ästen und Laub ein. Zusätzlich könnt ihr eine Igelfutterstelle bauen. Dazu braucht ihr lediglich eine Euro-Palette, die ihr von oben mit einer wasserdichten Folie abdeckt. Unter der Palette lässt sich nun ganz leicht das Igelfutter platzieren. Und zwar so, dass beispielsweise Katzen keine Möglichkeit haben, an das Futter zu gelangen und es den Igeln wegzufressen. Solche Igelfutterstellen könnt ihr überall dort platzieren, wo ihr Igel vermutet oder bereits Igel gesichtet habt.

Verbannt Laubbläser aus euren Gärten
Und ganz wichtig: Verbannt Laubbläser und Co aus euren Gärten! Denn das Herbstlaub bietet den Igeln die Möglichkeit, sich einen perfekten Platz für den Winterschlaf einzurichten. „Saubere“ Gärten lassen ihnen keine Rückzugsmöglichkeit und auch Insekten sind in diesen Gärten immer weniger zu finden – eine unverzichtbare Nahrungsquelle für Igel, Vögel und andere tierische Gartenbesucher.

Zwischen Ende Oktober und Anfang Januar sollte kein Laub von den Wiesen entfernt werden. Unter Hecken und im Buschwerk sollte das Laub grundsätzlich liegen bleiben, da Igel hier ihre Überwinterungsmöglichkeiten finden. Jetzt schon ein Hinweis für das Frühjahr: Die so in Mode gekommenen Roboter-Rasenmäher bitte nur bei Tageslicht
einsetzen! Sobald die Dämmerung beginnt, sind die nachtaktiven Jung-Igel (in den Gärten) unterwegs und der Roboter-Rasenmäher wird zur Guillotine auf Rädern.

Ausgewogenes Futter fördert Gleichgewicht der Artenvielfalt
Bei Wildvögeln ist ein ausgewogenes Futter wichtig, um das natürliche Gleichgewicht der Artenvielfalt zu bewahren. Amsel, Rotkehlchen und Zaunkönig sind so genannte Weichfresser. Sie lieben Futter mit Fettbestandteilen wie Trockenobst und Insekten. Körnerfresser wie Sperling, Buchfink und Gimpel sind für Nüsse, Kerne und verschiedene Sämereien dankbar.

Am besten wählt ihr das Vogelfutter so aus oder stellt es so zusammen, dass alle Vogelarten etwas für sich finden. Im Zoofachhandel gibt es verschiedene Futtersorten, die ihr auch selbst zusammenstellen könnt oder ihr entscheidet euch für einen Vierjahreszeiten-Mix (den gibt es auch im Bioladen), der sowohl Eiweiße und Fette als auch Kohlenhydrate enthält.

Im Winter sollte das Futter möglichst fettreich sein
Warum? Weil die Vögel viel Energie benötigen. Aber auch im Frühjahr, im Sommer und im Herbst ist es sinnvoll, Vogelfutter auf dem Balkon oder im Garten bereitzustellen, da Vögel durch die durch Monokulturen geprägte Landwirtschaft und den großflächigen Einsatz von Pestiziden sowie durch unseren Hang zu „sauberen“ Gärten das ganze Jahr über immer weniger Nahrung finden. Eintönige Thujahecken und Einheitsrasen, Unkrautvernichtungsmittel und Schneckenkorn sind Feinde der natürlichen Artenvielfalt. Darüber hinaus ist Schneckenkorn giftig für Kinder, Katzen und Hunde.

In vielen Zoofachgeschäften sind auch Zubehörartikel wie Trinkbehälter und Futtersilos für eine hygienische Fütterung erhältlich. Besonders wichtig ist, dass die Tiere regelmäßig Futternachschub erhalten, die Futterstellen gereinigt und Nahrungsreste beseitigt werden, damit sich keine Keime bilden, die zu Krankheiten führen können. Am besten entscheidet ihr euch für Teller oder Untersetzer, die ihr täglich mit 60 Grad heißem Wasser reinigen und optimaler Weise in die Spülmaschine stecken könnt.

Futterstellen sollten spätestens im Spätherbst angebracht werden, damit sich die Vögel mit ihnen vertraut machen können. Bei der Aufstellung von Futterhäusern solltet ihr darauf achten, dass Katzen keine Möglichkeit haben, sich verdeckt anzuschleichen und die Vögel anzugreifen. Der Futterplatz sollte also nicht zwischen Büschen oder in eng verzweigten Bäumen angebracht werden. (cr/rl)